Denn lange bevor es SERA gab, stellte sich dort eine ganz praktische Frage:
Wie können wir unsere Mitarbeitenden so weiterbilden, dass das Gelernte ihnen in ihrem Arbeitsalltag wirklich etwas bringt?
Die Anforderungen an die Fachkräfte wuchsen. Neue Aufgaben, neue Themen, neue Herausforderungen. Gleichzeitig fehlten häufig Fortbildungsangebote, die wirklich nah an der Praxis waren und sich unmittelbar im Arbeitsalltag einsetzen ließen. Also nahmen wir die Dinge selbst in die Hand.
Was zunächst mit einzelnen Fortbildungen begann, bekam nach und nach Struktur. Einer der heutigen Geschäftsführer kannte aus seiner damaligen Tätigkeit in der Unternehmensberatung ein Führungskräfte-Qualifizierungsprogramm, das über feste Module organisiert war. Die Idee dahinter überzeugte: Weiterbildung nicht als einzelne, punktuelle Veranstaltung zu verstehen, sondern als kontinuierlichen Prozess.
Daraus entstand bei der Salus GmbH ein eigenes Format. Einmal im Monat, an einem Samstag, fand ein Fortbildungstag zu einem von zwölf zentralen Themen statt. Neue Mitarbeitende konnten jederzeit einsteigen und sich das Programm Schritt für Schritt erschließen. Was zunächst als freiwilliges und kostenfreies Angebot begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einem festen Bestandteil der Personalentwicklung.
Und dann passierte etwas Unerwartetes.
Ab 2014 kamen die ersten Anfragen von außerhalb. Mitarbeitende anderer Träger wollten ebenfalls an den Fortbildungen teilnehmen. Offenbar gab es auch über Salus hinaus den Bedarf nach Weiterbildungen, die sich nicht in der Theorie verlieren, sondern konkrete Unterstützung für den Arbeitsalltag bieten.
Und damit stand plötzlich eine ganz neue Frage im Raum:
Sollte aus einer internen Idee ein eigenständiges Angebot werden?
Die Antwort kennen wir heute.
2016 wurde das SERA Institut gegründet.
Der Grundgedanke blieb dabei derselbe wie an den ersten Fortbildungssamstagen: Weiterbildung sollte aus der Praxis kommen und für die Praxis nutzbar sein. Nicht abstrakt und losgelöst vom Berufsalltag, sondern fachlich fundiert und direkt anwendbar. Aus diesem Anspruch entstand auch das Leitmotiv, das SERA bis heute begleitet:
Von der Praxis. Für die Praxis.
Dieser Gedanke findet sich auch im SERA-Logo wieder. Es erinnert an eine wachsende Kletterpflanze und zugleich an die Struktur eines Gehirns. Zwei Bilder, die auf unterschiedliche Weise für Lernen, Wachstum und Entwicklung stehen.
Mit der Gründung war SERA da. Fertig war es deshalb noch lange nicht.
Zunächst waren die Fortbildungen noch stark mit dem internen Programm der Salus GmbH verbunden. Doch mit den ersten externen Teilnehmenden kamen auch neue Perspektiven und andere Fragestellungen hinzu. Dabei zeigte sich zunehmend: Ein internes Fortbildungsprogramm und ein Weiterbildungsangebot für Fachkräfte aus unterschiedlichen Einrichtungen brauchen unterschiedliche Strukturen und Inhalte.
Also wurden beide Bereiche voneinander getrennt und das Angebot von SERA eigenständig weiterentwickelt.
2017 ging SERA erstmals mit einer eigenen Website online.
Damit wurde das Institut auch nach außen sichtbarer. Neue Seminare entstanden, Themenfelder wurden erweitert und immer mehr Fachkräfte anderer Träger fanden ihren Weg zu SERA. In dieser Zeit wurde auch der Beirat gegründet. Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Praxis und verschiedenen Institutionen begleiteten SERA fachlich, brachten neue Perspektiven ein und gaben Impulse für die weitere Entwicklung.
Und dann kam Corona.
Wie für viele Bildungseinrichtungen war die Pandemie auch für SERA zunächst eine große Herausforderung. Präsenzveranstaltungen konnten kaum stattfinden, Planungen mussten verändert werden und vieles, was bis dahin selbstverständlich war, funktionierte plötzlich nicht mehr. Also musste auch SERA umdenken.
SERA stellte sein Weiterbildungsangebot konsequent auf Online-Formate um.
Was zunächst aus der Not heraus entstand, eröffnete plötzlich ganz neue Möglichkeiten: Teilnehmende konnten unabhängig von ihrem Standort an den Weiterbildungen teilnehmen. Der Radius von SERA wurde größer. Aus dem ursprünglich regionalen Angebot erreichten die Weiterbildungen zunehmend Fach- und Führungskräfte weit über die Region hinaus.
Was zunächst eine Antwort auf eine außergewöhnliche Situation war, wurde zu einem festen Bestandteil von SERA – und zu einer wichtigen Grundlage für die weitere Entwicklung.
Doch nicht nur das Angebot von SERA entwickelte sich weiter. Auch wir als Team sind mit unseren Aufgaben und mit SERA gewachsen. Strukturen haben sich entwickelt, Verantwortlichkeiten verändert und neue Bereiche sind hinzugekommen. Vieles von dem, was heute selbstverständlich zu SERA gehört, ist Schritt für Schritt entstanden.
Diese Entwicklung hat Zeit gebraucht. Und sie wurde von vielen Menschen mitgetragen, die SERA über die vergangenen Jahre begleitet, geprägt und weiterentwickelt haben.
Und doch ist eines über die Jahre gleich geblieben:
Die Überzeugung, dass gute Weiterbildung dort beginnt, wo Menschen ihr Wissen teilen, voneinander lernen und gemeinsam nach Lösungen für die Herausforderungen ihrer Praxis suchen.
Heute, zehn Jahre nach der Gründung, ist das Jubiläum für uns nicht nur ein Anlass, zurückzublicken. Denn so wie sich SERA in den vergangenen Jahren entwickelt hat, verändern sich auch die Bedingungen, unter denen Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit arbeiten. Neue Anforderungen entstehen, bestehende Herausforderungen werden komplexer – und damit auch die Erwartungen an gute Weiterbildung.
SERA war immer in Bewegung. Und diese Bewegung möchten wir weiterführen.
Dazu gehören neue Formate, der weitere Ausbau unserer Inhouse-Angebote sowie Angebote zur Supervision und Fallberatung. Gleichzeitig möchten wir Einrichtungen künftig noch stärker in ihren Entwicklungs- und Veränderungsprozessen begleiten.
Eines soll dabei bleiben: der Blick auf die Praxis und die Frage, was die Menschen, die dort arbeiten, wirklich brauchen.
Denn wenn uns die vergangenen zehn Jahre etwas gezeigt haben, dann dies:
Entwicklung beginnt oft mit einer einfachen Idee.
Und manchmal beginnt sie an einem Samstag.
10 Jahre SERA – und die Geschichte geht weiter.
Am 26. November wird aus unserem Jubiläum ein Open Space. Digital, offen und mit drei ganz unterschiedlichen Möglichkeiten, dabei zu sein: ausprobieren, mitdiskutieren oder einfach ins Gespräch kommen.