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Psychosoziale Themen in der Sozialen Arbeit

Professioneller Umgang mit Suizidalität in der Jugenhilfe

Dozent:
Gebühr:
273,70 € inkl. 19% MwSt.
Dauer:
2-tägig // 09:00 Uhr - 16:00 Uhr

Inhalte

Suizidale Krisen gehören zu den psychisch belastendsten Situationen im Arbeitsalltag der Jugendhilfe. Fachkräfte stehen hier im Spannungsfeld zwischen pädagogischem Beziehungsauftrag, rechtlicher Garantenstellung und der eigenen emotionalen Belastbarkeit. Dieser zweitägige Workshop bietet einen geschützten Raum, um theoretisches Wissen zu vertiefen, die eigene Haltung zu reflektieren und praktische Handlungssicherheit für den Akutfall zu gewinnen.

 

Inhaltliche Schwerpunkte

1. Haltung, Historie und Kultur: Der persönliche Kompass

Bevor wir professionell handeln können, müssen wir unsere eigenen Wurzeln verstehen.

  • Historischer Rückblick: Wie gesellschaftliche Tabus und moralische Bewertungen unser heutiges Handeln (unbewusst) beeinflussen.
  • Kulturelle Vielfalt: Verständnis von Suizid in verschiedenen Herkunftskulturen – zwischen Ehre, Schande und religiösen Narrativen.
  • Biografische Reflexion: Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung zu Tod, Sterben und dem Recht auf Selbstbestimmung.

 

2. Prävention und methodisches Handwerkszeug

Krisen kündigen sich oft leise an. Schulung des Blicks für die Zwischentöne.

  • Warnsignale im Jugendalter: Abgrenzung zwischen pubertärer Identitätssuche, depressiven Episoden und akuter Suizidalität (auch medizinische Aspekte/ICD/Hirnentwicklung/neuronale Aspekte).
  • Methodenbox: Arbeit mit Sicherheitsplänen, Krisen-Apps und Non-Suizid-Absprachen (Möglichkeiten und Grenzen).
  • Exkurs zu selbstverletzendem Verhalten: Beziehung ohne Verstärkung von adressierenden Teufelskreisen
  • Kommunikationstraining: Wie man das "Unaussprechliche" anspricht – Exploration von Suizidabsichten ohne Angst vor dem "Werther-Effekt".

 

3. Akutintervention und Krisenmanagement

Wenn die Situation eskaliert:

  • Notfallmanagement: Klare Algorithmen für das Verhalten in akuten Gefährdungssituationen.
  • Rechtliche Leitplanken: Dokumentationspflichten, Haftungsfragen und das Abwägen von Freiheitsentziehung vs. Vertrauensschutz.
  • Dynamik in Wohngruppen: Umgang mit dem Risiko der Nachahmung und Moderation der Gruppendynamik nach suizidalen Handlungen.
  • Besondere Herausforderungen in ambulanten Settings: Einbezug Angehöriger, Verantwortungsscreening, Gate-Keeper Installation

 

4. Das System in der Krise: Netzwerk und Grenzen

  • Schnittstellenmanagement: Effektive Kooperation mit Kinder- und Jugendpsychiatrien (KJP), Polizei und Krisendiensten – auch wenn das Netzwerk überlastet ist.
  • Stopp-Signale: Erkennen der fachlichen und persönlichen Grenzen. Wann muss Verantwortung abgegeben werden?
  • Buddy-System: Etablierung von Buddy-Systemen zur eigenen Entlastung und Selbstverortung

 

5. Selbstfürsorge und Psychohygiene

Die Fachkraft als wichtigstes Werkzeug muss geschützt werden.

  • Umgang mit Schuldgefühlen: Wie man nach Krisen (oder einem Suizid) professionell mit Ohnmacht und Vorwürfen umgeht.
  • Team-Hygiene: Etablierung einer tragfähigen Fehlerkultur und Nutzung von Supervision/Intervision als Schutzraum.

 

Der Workshop arbeitet prozessorientiert. Neben kurzen Theorie-Inputs liegt der Schwerpunkt auf Fallanalysen, Rollenspielen zur Gesprächsführung und moderierten Reflexionsrunden. Die Einbringung eigener anonymisierter Praxisbeispiele ist ausdrücklich erwünscht.

Konkrete Inhalte

Die Teilnehmenden ...

  • erlangen Sicherheit in der direkten Ansprache suizidaler Tendenzen.
  • kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen und Dokumentationserfordernisse.
  • entwickeln eine bewusste professionelle Haltung, die sie vor emotionalem Burnout schützt.
  • Haben Ideen wie dynamische Prozesse in Gruppen (z.B. in Wohngruppen) gesteuert und beruhigt werden können.

Termine

Seminarverwaltung

Susan Hafermalz
Tel: 06151 - 870 70 40
info@sera-institut.net

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